Pandoras Demokratie 

„Es gibt auch Länder, die Scheiße sind; Deutschland zum Beispiel.“

                       Äffi, 4, hat voll den                                   Durchblick

Huijujuj, dass auf so einen Kommentar nicht nur kollektives Beifallklatschen auf grundschulniveau folgt, hätte sich einer auch an zwei Fingern denken können (Sprichwörter sind meine Passion).

Dass die Resonanz durchweg positiv war, von belustigt bis zustimmend, habe ich nicht erwartet und ich war ein wenig enttäuscht, weil ich anno dazumal so richtig schön in Pöbellaune war. Zum Glück ist Verlass auf meinen special friend, der eigentlich ganz gute Ansichten hat, wenn ihm was gegen den Strich geht aber auch gerne mal von 0 auf 360 geht, was ich sehr sympathisch finden, zumal er dabei zwar m.u. verbal in die Abstrusitätenkiste greift, aber oft kritikfähig bleibt.

Froh sein soll der Deutsche, weil es ja schlimmer hätte kommen können. Klar, schlimmer geht immer, aber das Aussmaß des Versagens seiner Regierung am Scheitern anderer zu messen hat in dem Zusammenhang jetzt nicht unbedingt eine Lobpreisung der eigenen Fehler zur Folge, zumindest sollte es das nicht haben. Nur, weil es in anderen Ländern, in anderen Diktaturen, schlimmer zu geht, geht es Teilen unserer Bevölkerung trotzdem nicht gut, aus unterschiedlichen Gründen. 

Strukturell gesehen haben wir echt Glück, so viel ist richtig, denn in dem schönen Land, in dem wir wohnen dürfen, weil wir zufällig hier geboren sind, oder zumindest aus einem Land kommen, was unser Leben hier legitimiert, gibt es keine Polizeigewalt, wir haben Pressefreiheit und das Recht auf Versammlung

Kein Problem so far.

Nur irgendwie wissen das nichz alle so recht. 

klick mal, kannste nachlesen


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die Mütter Istanbuls

Boa, ich heul gleich

Vergangene Nacht (18.Tag) mobilisierten sich die Mütter Istanbuls, um ihre Kinder zu unterstützen und zu beschützen. Zuvor hatte Erdogan in seiner Rede, die Mütter und Väter der jungen Protestteilnehmer gebeten, ihre Söhne und Töchter nach Hause zu holen. Doch die Mütter Istanbuls demonstrierten. Hand in Hand bildeten hunderte Mütter eine Menschenkette und riefen: „Überall sind Mütter, überall ist Widerstand“.

Pussy Riot schuldig, Russlands Abschied vom Rechtsstaat

Es ist eine Farse, alleine die Anklage: „Rowdytum aus religiösem Hasss“, das impliziert doch schon, dass Putin sich selbst als eine Art Gott oder zumindest religiöses Oberhaupt sieht und das in einer Staatsform, die Kirche an sich ablehnt. Aber Wahrheit war schon immer Teppich (Auslegeware).

Heute nun sind die jungen Frauen schuldig gesprochen worden und zu 2 Jahren Straflager verurteil worden, weil sie ihre Meinung vertreten haben, weil sie aufgestanden sind, als sie ein Unrecht gesehen haben, weil sie den Mund aufgemacht haben, weil sie gesagt haben, was ein Großteil der Menschen denken.

Putins Kommentar dazu: In anderen Ländern hätten die jungen Frauen mit ganz anderen Strafen rechnen müssen und vergleicht sich bewusst mit (anderen) Diktaturen. Scheinbar macht er keinen Hehl mehr daraus, dass er sich von einer Demokratie wegbewegt und dem Rechtsstaat den Rücken kehrt, was nicht zuletzt Russland Querulanz in Fragen die Diktaturen im nahen Osten belegten.

Nach fast 3 Stunden Urteilsspruch einer Richerin, deren Qualifikation sie in den Verhandlungen kleiner Einbrüche und Diebstähle gesammelt hat, steht nun fest, dass die jungen Frauen für 2 Jahre in Haft müssen.
Eine ganz traurige Entwicklung politischen Machtmissbrauches imJahre 2012 in einem doch eingentlich ansatzweise ausfgeklärtem Staat .. eine Schade für Menschenrechte und Menschlichkeit.

Quelle

i have seen another world.

Nur zu gerne blenden wir Dinge, die in der Welt passieren, während wir bei Starbucks mit dem apple surfen und uns über zu hohe Spritpreise aufregen, während wir die neusten Elektronikartikel shoppen, den neuesten Klamottentrends hinterher rennen und uns im kapitalistischen Schwimmbad, das wir Demokratie nennen, suhlen, aus. Dennoch bleiben es Dinge, die passieren, auch wenn wir sie aus unserem Fokus verbannen.

I have seen another world.

Und auch wenn jeder für sich der Meinung ist, dass sie/er nichts in dieser Welt ändern kann, das stimmt nicht.

Schaut nicht weg.

Denkt darüber nach, was ihr esst und wo das Essen her kommt.

Respektiert das Leben, und zwar jedes einzelne.

Habt eure „Haustiere“ lieb, sie brauchen euren Schutz.

Verachtet nicht den „Penner“ auf der Straße, schenkt ihm ein Lächeln und fragt euch, warum er da ist wo er ist und ob euch das nicht auch passieren kann.

Denkt bei allem, was ihr macht daran, ob ihr es gut fändet, wenn euch das passieren würde.