Umzug.

Wir sind da. Der Weg aus der Südwestdeutschen Provinz in die norddeutsche Semigroßstadt dauerte 4 Jahre.

Der Umzug im Allgemeinen verlief erschreckend reibungslos.

Gut, wir konnten erst 4 Wochen später als gedacht in die Wohnung, konnten also vorher weder streichen noch den Fußboden verlegen und die Handwerker waren wohl auch erst am Tag davor fertig, so dass die Bude nach Türlack roch.

Die Therme ging nicht, keine Heizung, kein warmes Wasser, wir hatten am Samstag Abend noch den Gas-Wasser-Scheiße-Mann da.

Die Familie war kurz vor dem Umzug krank, ich saß passend an jenem Tag mit Fieber zitternd im Twingomädchen.

Der Verwalter war in Hamburg und wir mussten den Schlüssel von einer lieben Freundin schon im Vorfeld holen lassen.

Wir sind da und jedes Mal wenn mich einer fragt ob wir uns schon eingelebt haben, denke ich: Ich war doch gar nicht weg.

Die Wohnung ist vollkommen in ihrem unfertigen Stand, und obwohl hier noch viel zu tun ist, ist sie jetzt schon zu Hause.  Die alte Wohnung roch immer komisch, hier riecht es nach uns. Nach Ankommen.

Zukunft reloaded.

Endlich! Ich hab es meinen Vorgesetzten gesagt und nun muss es raus,der ganzen Welt muss ich es noch sagen: Wir gehen. Wir verlassen die südwestdeutsche Provinz um in der norddeutschen Semigroßstadt neu zu starten. Rock´n´Roll 2.0.

Wir gehen nach Hause.

Zeit um sich von weltlichem und emotionalem zu trennen und nach vorne zu gucken.

Als ich die norddeutsche Semigroßstadt verlassen habe, warich ein anderer Mensch. Meine Haare waren noch schwarz, ich hab gesoffen wie ein Loch und geraucht wie ein Schlot. Ich hatte noch 30 Kilo mehr (wenn man die überflüssigen 15 Schwangerschaftskilo nicht mitrechnet) und hab so schnell nichts anbrennen lassen.

Zurück komm ich als Ehefrau und Mutter. Alkohl- und Kippenfrei  seit über einem Jahr.

Aber glücklich.

Der  Mann hat seinen Traumjob, ich meine Traumfamilie und meine Traumstadt. Es könnte nicht besser laufen und wir freuen uns aufgeregt auf die Zukunft.