Deutsche Spenden für deutsche Flutopfer

In Deutschland ist die 2. Jahrhundertflut dieses Jahrhunderts und die deutsche Spendenbereitschaft ist enorm, nicht, weil es Flutopfer sind, nein, weil es DEUTSCHE Flutopfer sind. Begrenzte sich die Flut auf die umliegenden nichtdeutschen Länder, wäre die Spendenbereitschaft wohl wesentlich geringer.

Natürlich brauchen die Menschen Hilfe, was mich aber massiv stört ist, dass sich die Menschen zusammenkuscheln und am rechten Rand einen großen Solidarklumpen bilden, der nichts, aber auch gar nichts durchlässt, was weniger deutsch ist als ihre Hilfsbereitschaft.

„die deutsche Regierung sollte nicht jedem Ausländer Hartz4 geben“

„Deutschland spendet für jedes beschissene Land, und keiner spendet für Deutschland“

„Deutschland gibt das Geld lieber Griechenland“

Um mal den Tonus vieler aktueller Gespräche wieder zu geben.

 

Fackt ist, Fluten sind natürlich, und werden immer kommen. Es gibt keinen Hochwasserschutz. Der Fluss braucht einfach nur genug Platz um sich auszudehnen. Das passt natürlich nicht in die Vision einer WOhnanlage mit Elbblick, die so schön teuer vermietet werden kann. Von den benötigten Freiflächen sind seit der letzten Flut 20 % realisiert worden, zum Teil wird dieser geringe Erfolg den Protesten der Bürger zugeschrieben.

Höhere Deiche provozieren höhere Fluten.

Jeder einzelne kann was an dem Ausmaß der nächsten Flut ändern.

Biologisch bewirtschaftete Flächen nehmen 50% mehr Wasser auf, Gemessen an der Tatsache, dass rund 15kg Getreide gebraucht werden um ein kg Fleisch zu erzeugen, kann die nächste Flut schon damit eingedämmt werden, dass die Menschen einfach auf Fleisch verzichten und biologisch, regional kaufen. Hier ist bei den meisten die Komfortgrenze überschritten und spätestens hier beginnt die Empörung der Menschen.

Ich habe die Tage ein Paket nach Hamburg geschickt, wo 300 syrische Flüchtlinge in der St. Pauli Kirche Asyl gefunden haben, nachdem der Senat sie in den Bürgerkrieg abschieben will.

Was ich mir anhören musste. „Die Syrer sind selbst Schuld an dem Krieg“ war nooch nicht mal das Schlimmste.

„DIE MENSCHEN HABEN NICHTS MEHR AUSSER IHREM LEBEN“ Fackt und die syrischen Flüchtlinge haben nicht mal mehr das wenn sie zurück  müssen.

Die Spendenbereitssschaft der Deutschen ist wichtig dieser Tage, es kotz mich aber an wenn ich sehe, dass im Winter, wenn die Obdachlosen erfrieren, für die meisten der älteste Pulli im Schrank noch zu schade ist.

Die Menschen in den Hochwassergebieten brauchen Hilfe, das ist keine Frage, aber Hilfe wird auch in Polen gebraucht, in Tschechien, in Syrien, in der Türkei, beim Nachbarn, im Asylbewerberhaus, im Obdachlosenheim, im SOS Kinderdorf.

Warum werden die Menschen nur dann zu einem solchen Solidarklumpen, wenn es „ihr Volk“ betrifft?

Leben wir nicht alle unter dem selben Himmel?!  ..

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